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D# - Blu/Violett - "DAVRIN"
 
 
D# - Blu/Violett - "DAVRIN"



An dem Auftrag hat mich zuerst vor allem die Kombination Querflöte und Cello angesprochen, und nicht zuletzt die private Beziehung der Musizierenden. Als Zweites sollte es etwa eine Minute dauern, was einen spannenden Kontrapunkt zu meinem letzten Kompositionsauftrag (45 min.) bildet. Mit Davrin wollte ich mich formal und inhaltlich selbst herausfordern und nicht zuletzt die beiden Musizierenden einladen, sich mit Grenzbereichen der gewohnten Klangerzeugung auseinanderzusetzen.
Bei der Komposition setze ich Cello und Querflöte vor allem über ihren eigenen Resonanzkörper ein. Ich verwende Naturtonreihen und Flagoletttöne, die durchaus aufgrund ihrer Fragilität brechen dürfen. Die Schattierungen der Querflöte, die ihre Multiphonics hervorrufen, ergeben wunderbare, quasi zwei- und mehrdeutige Töne, die ich letztendlich als maßgebliche Klangfarbe eingesetzt habe. Am Cello nutze ich vor allem den eigenen Resonanzkörper, die Teiltöne der Saiten und nach einem Impuls ausschwingende Glissandi. Die beiden Instrumente agieren voneinander unabhängig und zusammen, bewegend und in sich ruhend.
Davrin ist ein Stück, das sich, ausgehend von dem Ton Dis, mit Obertonreihen der gesamten Tonpalette auseinandersetzt. Die Dekodierung der Frequenzbereiche von Farbe und Ton waren dabei ein weiterer, vermutlich eher wenig sichtbarer Leitfaden. Mit der Farbe blauviolett assoziiere ich ein luftiges aber in sich ruhendes Feld, das bewegende (rote) Elemente beinhaltet. Ich habe die Farben innerhalb dieser in sich ruhenden Bewegung mit belebenden "Störungen" vertikal und horizontal aufgesplittet. Innerhalb der kurzen Zeit wollte ich nicht bloß ein Ambiente schaffen, sondern auch Überraschendes einbringen, ein Stück, das trotz seiner Kürze über sich hinauswächst ohne seinen Kontext zu verlieren.
Notation wird von MusikerInnen oft sehr absolut verstanden und in richtige oder falsche Ausführung eingeteilt. Ich interessiere mich hingegen vielmehr für die Psychologie der Notation. Die Physik der verwendeten Instrumente und die MusikerInnen stehen letztendlich im Vordergrund, nicht eine musische Mathematik. Mich fasziniert das Übersetzungwerkzeug Notation, nicht eine neutrale "Absolutheit" von Noten und deren perfekte Ausführung, sondern vielmehr die Art und Weise, wie das Stück manchmal behutsamer, manchmal bestimmter gespielt werden muss, um die Töne hervor zu bringen um das Stück zum Leben zu erwecken.

 

 


Irene Kepl

Irene Kepl wurde 1982 in Linz geboren und studierte M.A. Violine bei Prof. Arkadi Winokurov und Jazz bei Andreas Schreiber an der A.B. Privatuniversität Linz. Seit ihrem Abschluss 2008 ist sie als freischaffende Violinistin und Komponistin aktiv. 
Sie lebt und arbeitet in Wien.
 
2012:
- Startstipendium für Musik
- Talentförderprämie für Komposition
- Artist in Residence & Kompositionsauftrag von
  New Adits - Festival für gegenwärtige Musik
- 2. Preis G. Mahler Kompositionswettbewerb
 
2011: 
- europ. Kompositionsstipendium von WIMUST
  für Fiuggi bei Rom/It 
 
als Violinistin zu Gast (Auswahl)
im Inland:
- Klangspuren Schwaz, 
- unlimited Schlachthof Wels, 
- Festival 4020 und Brucknerhaus Linz, 
- Jazzfest Wien und im Porgy & Bess
 
im Ausland: 
-bei Mama Duna Ulm und Dancekiosk Hamburg/D,
-Festival Lent Maribor/SL, 
- Jazzfestival Petrovac/ME,
- Musikfestival Ostrava/CZ. 
 
 
 
Seit 2009 intensive autodidaktische Auseinandersetzung mit (freier) Improvisation, Komposition und zeitgenössischer Musik. 
 
Aufführungen von Auftragswerken:
- Brucknerhaus Linz, 
- ORF Zentrum Linz, 
-Broadcast Ö1 Zeitton & Spielräume, 
-- academy of fine arts Sarajevo, 
- Aula Magna Rom, 
- Alte Schmiede Wien, 
- Tage der Neuen Musik in NÖ, 
-Donaufestwochen Strudengau
 
Vor allem im Bereich zeitgenössische und improvisierte Musik und Jazz tätig erhielt sie z.B. Engagements am Landestheater Linz und als Stummfilm Improvisatorin. Rege Konzerttätigkeit bei Linz 09 - Kulturhauptstadt Europas, Aufträge für Filmmusik und Klanginstallationen. Sie ist Gründerin der monatlichen Konzertreihe OÖ Musik im Raum.
 
Uraufführungen u.a. von Klaus Lang, Katharina Klement, Bernd Preinfalk, Bertl Mütter, Johannes Berauer und Balduin Sulzer. 
 
Violinist and composer Irene Kepl studied classical violin and jazz in Linz and she now lives
and works in Vienna. Her work focuses primarily on contemporary classical music, free improvisation, composition,  Jazz and groove based musics. 
 
She has performed at many prestigous venues and festivals including: Klangspuren Schwaz, Festival 4020, Festival Unlimited, Donau Festival Ulm, DanceKiosk Hamburg, Germany, and Jazz Festival Petrovac, Montenegro. Her music has been broadcast on various radio stations in Austria and abroad inlcuding Ö1, Radio Orange, and in Montenegro and Italy. 
 
In 2012 she received the second Price in the Gustav Mahler Composition Competition, the national scholarship for young musicians and the talent development award for composition from Upper Austria. Free improvisation is also an important component in her search for her own spontaneous musical language. She has worked in this setting with Malcolm Goldstein (USA), Ingrid Schmoliner (A), Petr Vrba (CZ) and Moe Staiano (USA) amongst others. She is also the founder of the monthly held concert series "Musik in Raum" in Upper Austria which will feature many different projects. Further work includes commissions for theater, film and sound installations.

www.irenekepl.at
 


 
 
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